Peter Pütz, Matthias Gäßler, Jiri Wackermann

Zeitschrift für Anomalistik, ZfA Band 8 (2008), Nr. 1+2+3, S. 10-31.

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Zusammenfassung

In der hier beschriebenen Ganzfeld-Telepathie-Studie wurde eine modifizierte Prozedur eingesetzt, in welcher der intendierte anomale Informations- transfer vor den Teilnehmern verborgen wurde. Insgesamt 40 Paare nahmen an den Versuchen teil. Jede Sitzung bestand aus drei Durchgängen, jeder Durchgang aus einer "Kommunikations"- und einer "Rating"-Phase. In der "Kommunikations"-Phase befand sich einer der beiden Teilnehmer (A) im Ganzfeld, während der zweite Teilnehmer (B) einen wiederholt dargebotenen Videoclip betrachtete. In der "Rating"-Phase bewertete Teilnehmer A die Ähnlichkeit von vier Videoclips mit den inneren Wahrnehmungen im Ganzfeld, wobei einer von den vier Clips der von B gesehene "Target"- Clip war. Gleichzeitig fasste Teilnehmer B schriftlich den Inhalt des gesehenen Videoclips zusammen. Durchgänge, in denen dem "Target" der höchste Ähnlichkeitsgrad zugeordnet wurde, wurden als "korrekte Identifikation" gewertet. Das Target wurde in 32,5% der gesamten Durchgänge korrekt identifiziert, also signifikant häufiger als der Erwartungswert 25% (p = 0,039). Verteilungen von Rangplätzen aller vier bewerteten Clips zeigten allerdings keine signifikante Abweichung vom Erwartungswert. Die modifizierte experimentelle Prozedur ergibt Identifikationsraten, die mit den traditionellen Verfahren durchaus vergleichbar sind, ohne die Teilnehmer mit einer "unmöglichen" Aufgabe zu konfrontieren.

Abstract - An Experiment with Covert Ganzfeld Telepathy

Abstract – The aim of our study was to test a modified ganzfeld telephathy procedure, which conceals the intended anomalous information transfer. Forty pairs were recruited for ganzfeld sessions, each comprising three trials consisting of a "communication" and a "rating/reporting" phase. During the "communication" phase (20 min), one member of the pair (A) was exposed to multimodal ganzfeld and reported her/his imagery, while the other (B) memorised a repeatedly presented video clip. In the "rating/reporting" phase subject A rated the similarity of the "target clip" and three "decoys" to the ganzfeld imagery, while simultaneously subject B gave a written account of the content of the presented target. Trials in which the highest score was assigned to the target clip were considered as correct identifications. In 32.5% of the trials the presented target clip was correctly identified (p = .039). Statistics based on ranks of all four video clips revealed no significant deviations from chance expectancy. The modified experimental procedure yields correct identification rates comparable with the traditional procedure and allows study of "ganzfeld telepathy" without confronting subjects with an "impossible task".

Inhalt

Peter Pütz, Matthias Gäßler und Jiri Wackermann sind Mitarbeiter in der Abteilung für Empirische und Analytische Psychophysik am Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP), , Wilhelmstr. 3a, D-79098 Freiburg i. Br.